Prostatakrebs – Überblick für Patienten
Was ist Prostatakrebs?
Prostatakrebs ist eine bösartige Erkrankung der Vorsteherdrüse (Prostata), die nur bei Männern vorkommt. Er ist die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Oft wächst der Tumor langsam und verursacht zunächst keine Beschwerden.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache ist nicht bekannt. Es gibt jedoch einige Risikofaktoren:
- Alter: Das Risiko steigt deutlich ab dem 50. Lebensjahr.
- Familiäre Veranlagung: Erkrankungen bei Vater oder Bruder erhöhen das Risiko.
- Hormonelle Einflüsse: Männliche Hormone (Androgene) fördern das Tumorwachstum.
- Lebensstil: Ernährung und Bewegung können möglicherweise Einfluss haben.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt schrittweise:
- PSA-Test: Blutuntersuchung zur Bestimmung des prostataspezifischen Antigens (PSA).
- Tastuntersuchung der Prostata über den Enddarm.
- Bildgebung: Meist eine spezielle Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata.
- Prostatabiopsie: Entnahme von Gewebeproben zur Sicherung der Diagnose.
- Ausbreitungsdiagnostik: Bei höherem Risiko zusätzliche Untersuchungen (z. B. CT, Knochenszintigrafie).
Therapie
Die Behandlung richtet sich nach Tumorstadium, Aggressivität, Lebensalter und individuellen Wünschen:
- Aktive Überwachung (Active Surveillance)
Bei wenig aggressivem Krebs: regelmäßige Kontrollen ohne sofortige Behandlung. - Operation (radikale Prostatektomie)
Entfernung der Prostata mit dem Ziel der Heilung. - Strahlentherapie
Bestrahlung der Prostata von außen oder von innen (Brachytherapie). - Hormontherapie
Senkung der männlichen Hormone, meist bei fortgeschrittener Erkrankung. - Chemotherapie / moderne medikamentöse Therapien
Vor allem bei metastasiertem oder hormonresistentem Prostatakrebs.
Oft werden Therapien kombiniert. Ziel ist immer eine möglichst gute Tumorkontrolle bei Erhalt der Lebensqualität.