Hodenkrebs
Hodenkrebs – Ursachen, Diagnose und Behandlung
Was ist Hodenkrebs?
Ursachen und Risikofaktoren
Die genaue Ursache von Hodenkrebs ist bislang nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch einige Faktoren, die das Risiko erhöhen können:
- Hodenhochstand in der Kindheit (ein oder beide Hoden befinden sich nicht im Hodensack)
- Familiäre Vorbelastung, d. h., wenn nahe Verwandte bereits an Hodenkrebs erkrankt sind.
- Eine frühere Hodenkrebserkrankung im anderen Hoden.
- bestimmte Entwicklungsstörungen der Hoden.
Wichtig zu wissen: Die meisten Männer mit Hodenkrebs haben keinen bekannten Risikofaktor.
Symptome
Anfangs verursacht Hodenkrebs oft keine Schmerzen. Mögliche Anzeichen sind:
- eine tastbare Verhärtung oder Schwellung des Hodens.
- eine Vergrößerung oder Veränderung der Hodenform.
- ein Schwere- oder Druckgefühl im Hodensack.
- gelegentlich ziehende Schmerzen in Hoden, Leiste oder Unterbauch.
- Selten: eine Vergrößerung der Brustdrüsen durch hormonelle Veränderungen
Wer Veränderungen an den Hoden bemerkt, sollte diese ärztlich abklären lassen.
Diagnostik
Bei Verdacht auf Hodenkrebs werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt:
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet die Hoden und die umliegenden Bereiche ab, um Veränderungen festzustellen.
- Ultraschalluntersuchung: Mit einer schmerzfreien Ultraschalluntersuchung können Veränderungen im Hoden meist sehr gut erkannt werden.
- Blutuntersuchung: Bestimmte sogenannte Tumormarker können im Blut gemessen werden. Dazu gehören unter anderem AFP, β-hCG und LDH. Diese Werte helfen bei der Diagnose und späteren Verlaufskontrolle.
- Bildgebende Verfahren: Um festzustellen, ob sich die Erkrankung ausgebreitet hat, können weitere Untersuchungen wie eine Computertomographie (CT) von Bauch und Brustkorb erforderlich sein.
- Sicherung der Diagnose: Besteht ein starker Verdacht auf Hodenkrebs, wird der betroffene Hoden in der Regel operativ entfernt. Erst die feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes ermöglicht die endgültige Diagnose.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Art und Stadium des Tumors.
Operation
Der erste Behandlungsschritt ist fast immer die operative Entfernung des betroffenen Hodens. Der Eingriff erfolgt über einen Schnitt in der Leiste. Normalerweise reicht ein Hoden aus, um die Hormonproduktion und Fruchtbarkeit aufrechtzuerhalten.
Überwachung (Active Surveillance)
Bei bestimmten frühen Tumorstadien kann nach der Operation zunächst auf weitere Behandlungen verzichtet werden. Stattdessen erfolgen regelmäßige Kontrolluntersuchungen.
Chemotherapie
Wenn ein erhöhtes Rückfallrisiko besteht oder sich der Krebs bereits ausgebreitet hat, kann eine Chemotherapie erforderlich sein. Sie wirkt im gesamten Körper gegen Krebszellen.
Strahlentherapie
Einige Formen des Hodenkrebses, insbesondere bestimmte Seminome, können zusätzlich oder alternativ mit einer Strahlentherapie behandelt werden.
Weitere Operationen
In manchen Fällen müssen nach einer Chemotherapie verbliebene Tumorreste operativ entfernt werden.
Heilungschancen
Hodenkrebs zählt zu den Krebsarten mit den besten Heilungsaussichten. Selbst wenn bereits Metastasen vorhanden sind, können viele Patienten dauerhaft geheilt werden. Die Heilungsrate liegt insgesamt bei über 95 Prozent
Nachsorge
Nach Abschluss der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie dienen dazu:
- einen möglichen Rückfall frühzeitig zu erkennen.
- den Behandlungserfolg zu kontrollieren.
- Spätfolgen der Therapie zu überwachen.
Die Nachsorge umfasst in der Regel körperliche Untersuchungen, Bluttests und bildgebende Verfahren.
Was können Betroffene selbst tun?
- Regelmäßige Selbstuntersuchung der Hoden, besonders zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr
- Frühzeitige ärztliche Abklärung bei Veränderungen
- Teilnahme an allen empfohlenen Nachsorgeterminen
- Offen mit dem Behandlungsteam über Fragen zu Fruchtbarkeit, Sexualität und Lebensqualität sprechen
Zusammenfassung
Hodenkrebs ist eine seltene, aber gut behandelbare Krebserkrankung des Mannes. Typische Anzeichen sind tastbare Verhärtungen oder Schwellungen des Hodens. Die Diagnose erfolgt durch Untersuchung, Ultraschall, Bluttests und gegebenenfalls weitere bildgebende Verfahren. Die Behandlung besteht in der Regel aus einer Operation und kann je nach Stadium durch Chemotherapie oder Strahlentherapie ergänzt werden. Dank moderner Therapien sind die Heilungschancen heute ausgezeichnet.
Weitere Informationen zur Hodenkrebsvorsorge finden Sie in diesem Beitrag.